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[ 04.02.2010 ]

Standortabkommen: Gemeinsam erfolgreich für die Stadt

"Mit dem neuesten Standortabkommen führen Stadt Wien und IV Wien ihre sehr erfolgreiche Zusammenarbeit für den Wirtschaftsstandort Wien fort, stellt IV-Wien-Präsident Kapsch in seinem Leitartikel fest.

Das Standortabkommen wurde nun in den Bereichen „F&E", „Infrastruktur" sowie „Wirtschaftsstandort" aktualisiert und um die wichtigen Zukunftsthemen „Bildung" sowie „Migration/Integration" erweitert (mehr Informationen). Gemeinsam mit der Stadt Wien haben wir diesen umfassenden Ansatz gewählt, da wir der Überzeugung sind, dass Wirtschaft und Gesellschaft in der Bundeshauptstadt ihre zukünftigen Chancen so am besten nutzen können. Einiges haben wir in den letzten Jahren bereits erreicht, vieles gibt es aber auch noch zu tun.

 

Zu den Erfolgen unserer intensiven Zusammenarbeit möchte ich vor dem Hintergrund Wiens als Headquarter-Standort unter anderem das „Vienna Expat Office" zählen - eine neue Anlaufstelle für SpitzenmanagerInnen, SpitzenforscherInnen bzw. Top-„Expatriates", die planen, in Wien zu arbeiten und zu wohnen. Eine solche Stelle ist seit Anfang 2010 im Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) angesiedelt. Im Bereich „Wirtschaft und Infrastruktur" möchte ich unter anderem die Fertigstellung der ersten Teilabschnitte der S1 (Wiener Außenring), den Ausbau des Donauhafens Freudenau zu einem trimodalen Güterverkehrszentrum sowie die Verbesserung der Erreichbarkeit von Bratislava durch die direkte Autobahnverbindung über die Spange Kittsee hervorheben. Auch das Angebot öffentlicher Verkehrsverbindungen zwischen Wien und Bratislava wurde deutlich intensiviert. Darüber hinaus wurde eine langjährige Forderung der IV Wien Realität: Der Bau des Hauptbahnhofs Wien zu einem zentralen europäischen Verkehrsknotenpunkt hat begonnen.

 

So weit zum Rückblick, nun zu den Zukunftsprojekten. Das Thema Bildung ist dabei besonders grundlegend für die Entwicklung unseres Wirtschaftsstandortes und unserer Gesellschaft insgesamt. Damit Wien dem Bildungsanspruch einer modernen Gesellschaft auch in Zukunft gerecht werden kann, muss ein Bündel von Maßnahmen ergriffen werden. Denn die Verfügbarkeit von intellektuellem Kapital wird weltweit immer zentraler für die Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaftsstandorten.

 

Vor dem Hintergrund zunehmender Migration und dem Ziel, in Wien zugewanderte Personen bestmöglich zu integrieren, muss zur Förderung der Sprachkompetenzen der Kinder, aber auch zur Steigerung der Qualität der schulischen Bildung insgesamt raschest ein verpflichtendes Vorschuljahr eingeführt werden. Zugleich sollen in allen Wiener Schulen mehr Fremdsprachen angeboten werden, hier vor allem Sprachen aus den Nachbarstaaten Österreichs sowie Russisch und natürlich vor allem Englisch. Als weitere Maßnahme sollten in Volksschulen mit einem hohen Anteil an Zuwanderern verstärkt auch LehrerInnen zum Einsatz kommen, die selber über Migrationshintergrund verfügen und somit neben Deutsch auch die Muttersprachen der Kinder sprechen. Die Unterrichtssprache in diesen Schulen muss aber weiterhin Deutsch sein.

 

Migration und Integration sind für einen Wirtschaftsstandort, der sich auch in Zukunft behaupten möchte, absolute Schlüsselthemen. Dies gilt vor allem für Metropolregionen wie Wien. Unser Ziel ist hier, Wien als europäisches Vorbild zu etablieren. Aufgrund der demografischen Entwicklungen wird Wien zudem seinen Wohlstand ohne eine geregelte Zuwanderung nicht halten können. Wien gehört zweifelsohne zu den international attraktivsten Standorten. Die Nutzung der Standortvorteile kann aber nur dann wirklich gelingen, wenn eine intelligente Zuwanderungspolitik dem Wirtschaftsstandort Wien überhaupt erst die Möglichkeit gibt, diese Attraktivität im globalen Wettbewerb zu nutzen, denn Begabung sowie insbesondere exzellente Leistungen auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung sind regional, europäisch und weitestgehend auch global mobil.

 

Industrie und Stadt Wien treten daher gemeinsam für ein modernes, kriteriengeleitetes Zuwanderungssystem jenseits des Quotensystems ein, das sich an den Bedürfnissen einer Wirtschaftsmetropole orientiert. Vor allem für die zweite, teilweise noch schlecht integrierte Generation der Zuwanderer muss eine Integration ohne Aufgabe der kulturellen Identität ermöglicht werden.

 

Darüber hinaus müssen wir den Forschungs- und Innovationsstandort Wien stärken: Wir brauchen Impulse zur anwendungsorientierten Umsetzung der Ergebnisse von Forschung und Entwicklung in marktfähige Produkte und Leistungen. Die Industrie leistet natürlich ihren Beitrag: Wir haben in der IV Wien im abgelaufenen Jahr eine Innovations-Task-Force eingerichtet, die in diesem Jahr mit den Aktivitäten der Stadt Wien vernetzt wird, um Synergien und Kooperationsmöglichkeiten optimal nutzen zu können.

 

Selbstverständlich wird die Attraktivität eines Standortes maßgeblich von der Verfügbarkeit moderner Infrastruktur bestimmt. In diesem Zusammenhang treten Stadt und IV Wien für folgende Maßnahmen ein: Ausbau und Fertigstellung des hochrangigen Straßennetzes um und in Wien, Etablierung der Region als europäischer Logistik-Hub in Verbindung mit der Verlängerung des russischen Eisenbahnbreitspursystems, Ertüchtigung der Wasserstraße Donau sowie weiterer Ausbau modernster IKT-Infrastruktur.

 

Die Wiener Industrie ist für die Politik stets ein verlässlicher Partner, wenn es um Maßnahmen und Reformen zur Förderung des Industrie- und Arbeitsstandortes geht. Nur gemeinsam können wir sicherstellen, dass unsere Region den Wohlstand von heute auch in Zukunft erhalten kann. Ich freue mich daher über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Stadtregierung und allen Verantwortlichen in der Stadt Wien und bin zuversichtlich, dass wir auch in den kommenden Jahren weiter gemeinsam diesen fruchtbaren Weg gehen werden.

 


[ IV Wien ]

Mag. Georg Kapsch, Präsident der IV Wien
Mag. Georg Kapsch, Präsident der IV Wien


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