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[ 02.02.2010 ]
Tiroler Industriekonjunktur zwischen Hoffen und BangenIV Tirol Erhebung 4. Quartal 2009: Risikofaktoren prägen die Zukunftserwartungen der Betriebe für das bevorstehende Jahr„Die Hoffnungen auf einen nahtlosen Übergang vom steilen Ab- in einen kräftigen Aufschwung sind auch im vierten Quartal 2009 der IV Tirol Konjunkturumfrage nach wie vor gedämpft. Aus Sicht vieler Unternehmen ist eine langsame Erholung der Wirtschaftslage zwar eingetreten und der unterste Wendepunkt überschritten. An eine Entwicklung mit nachhaltiger Wirkung glauben allerdings nur wenige. Groß sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen. In Summe sind die befragten Betriebe für die nächsten Monate jedoch zuversichtlicher als noch vor einem Jahr. Eine leichte Entspannung lässt sich bei den Exporten und bei der Produktionstätigkeit durchaus feststellen. Beide Indikatoren lösen einen verhaltenen Optimismus aus. Stabilität hat sich ebenso beim Beschäftigtenstand eingependelt. Doch die Verkaufsfront bereitet Sorgen: die Preise sind nach wie vor unter Druck", präsentiert der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Tirol, Mag. Josef Lettenbichler, die jüngsten Ergebnisse.
Die Ergebnisse im Detail: 85 % der Tiroler Industrieunternehmen bezeichnen ihren Auftragsstand als "saisonüblich". 5 % melden einen guten Verlauf, 10 % bezeichnen den Auftragsstand als zu gering. Das sind um 13 % weniger als im dritten Quartal.
Positive Effekte werden für die Industrie durch die Belebung der Exportmärkte erwartet. 23 % bezeichnen das Exportgeschäft als „gut", 61 % als „ausreichend". Nicht zufrieden mit ihren derzeitigen Auftragseingängen aus dem Ausland sind 16 % der befragten Unternehmen. Der entsprechende Export-Saldowert verbesserte sich damit gegenüber dem Vorquartal um ganze 14 Punkte.
Die unternehmerischen Erwartungen für die nächsten 3 Monate sind vorsichtig optimistisch: Immerhin 18 % - das ist mehr als eine Verdoppelung gegenüber dem dritten Quartal - rechnen in den nächsten drei bis vier Monaten mit einem spürbaren Produktionszuwachs. 78 % gehen von einer gleich bleibenden Produktionstätigkeit aus, nur 4 % rechnen damit, ihre Produktion zurücknehmen zu müssen. Hier verbesserte sich der Saldowert in Summe sogar um 26 Punkte gegenüber dem Vorquartal.
Bei den Verkaufspreisen sehen sich die Tiroler Industrieunternehmen leider nicht in der Lage, diese zu erhöhen. Dies bedeutet: an der Preisfront gibt es nach wie vor keinen Spielraum. Die schleppende Entwicklung der Verkaufspreise vieler Produkte und Leistungen, eine sinkende Ertragslage sowie steigende Rohstoff- und Energiepreise erfordern von den Betrieben größte Anpassungsfähigkeit und Dynamik.
Die verhaltenen Zukunftsaussichten führen dazu, dass derzeit nur 4 % der Unternehmen eine Aufstockung ihres Beschäftigtenstandes planen: 93 % der befragten Betriebe hoffen, ihren Mitarbeiterstand halten zu können. 3 % befürchten, ihren Personalstand reduzieren zu müssen. Zuletzt waren dies noch 24 %. Insgesamt signalisiert auch dieser Indikator eine leichte Besserung. Eine Erholung auf dem Arbeitsmarkt ist aber noch nicht zu erwarten.
Die Prognose für das nächste halbe Jahr fällt im Vergleich geringfügig besser aus: 11 % erwarten eine „günstigere" Geschäftslage. 81 % rechnen mit einer gleichbleibenden Situation. Hier verbesserte sich der Saldowert um 6 Punkte. [ IV Tirol ]
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