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[ 09.02.2010 ]

NÖ Industrie rechnet 2010 mit schwierigen Bedingungen

Niederösterreichs Industrie rechnet auch 2010 mit einem extrem herausfordernden Jahr. Die globale Wirtschaftslage wird weiterhin als sehr unsicher bewertet, weshalb eine mögliche Konjunkturerholung mit sehr viel Vorsicht gesehen wird.

Dies geht aus der Konjunkturbefragung niederösterreichischer Industriebetriebe zum 4. Quartal 2009 hervor. „Die aktuellen Daten weisen auf eine Stabilisierung der niederösterreichischen Industrie auf sehr niedrigem Niveau hin, von einem Aufschwung kann aber leider noch keine Rede sein", betont die Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Niederösterreich, Mag. Michaela Roither. Im Bundesländervergleich erwarten die blau-gelben Betriebe auch im nächsten Halbjahr rauen Gegenwind. Während das Konjunkturbarometer österreichweit die Nulllinie bereits erreicht hat, befindet sich der niederösterreichische Wert weiterhin im negativen Bereich. An eine Entwicklung mit nachhaltiger Wirkung glauben eher wenige Industriebetriebe aus Niederösterreich. Eine breite Palette an Risikofaktoren macht langfristige Prognosen schwierig. Die Entwicklung der Finanzmärkte, eine Schwäche des US-Dollars oder das Auslaufen der Einmaleffekte der Konjunkturpakete stellen Risken für einen möglichen Aufschwung dar.

 

Weiterhin skeptische Aussichten bis zum Sommer

Die Ergebnisse im Detail, die jeweils aus der Differenz positiver und negativer Einschätzung der Unternehmen ermittelt werden: Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage aber verbessert. Immerhin 19 Prozent bezeichnen diese im letzten Quartal 2009 als „gut", 29 Prozent der befragten Unternehmen schätzen sie als „schlecht" ein. Im 3. Quartal war die Geschäftslage noch von 54 Prozent negativ beurteilt worden. Der Saldowert hat sich damit weiter um 38 Prozentpunkte verbessert, liegt aber dennoch mit -10 Prozent im negativen Bereich. Erholt hat sich die Einschätzung bezüglich der  Auftragsbestände, die in den Vorquartalen deutlich negativer beurteilt worden war. 2010 erwarten die niederösterreichischen Industriebetriebe große Herausforderungen. Sowohl bei der Geschäftslage als auch bei der Ertragssituation rechnen die Unternehmen bis zum Sommer mit negativen Entwicklungen.

 

Arbeitsmarkt bleibt 2010 Sorgenkind

Dass es keinen Anlass für „ein entspanntes Durchatmen" gebe, zeige die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, so Michaela Roither. Hier sei leider auch 2010 mit Schwierigkeiten zu rechnen, da Unternehmen in Anbetracht nachhaltig eingebrochener Märkte ihre Struktur anpassen müssten. „Trotz schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen haben die Unternehmen unermüdlich um den Erhalt von Arbeitsplätzen gekämpft und Gegenmaßnahmen gegen die sinkende Auftragslage ausgeschöpft", sagt die Geschäftsführerin der IV NÖ. Für die nächsten drei Monate erwarten 48 Prozent der befragten Unternehmen aber eine Abnahme der Beschäftigten, 51 Prozent gehen von einem gleichbleibenden Stand an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus. „Die vollen Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt werden sich somit im Laufe des heurigen Jahres zeigen", fasst Roither zusammen.

  

Maßnahmen gegen die Krise - Strategie für starke Industrie

„Die internationale Wirtschaftskrise hat Niederösterreich stark getroffen", sagt der Präsident der Industriellenvereinigung NÖ, DI Johann Marihart. Gleichzeitig habe sie aber auch deutlich gemacht, dass der Wohlstand der Region untrennbar mit der Industrie verbunden sei. Mehr als ein Drittel der regionalen Bruttowertschöpfung und damit des Wohlstandes erwirtschaftet Niederösterreichs Industrie. Die Industrie ist daher von entscheidender Bedeutung für eine positive wirtschaftliche Entwicklung des Bundeslandes. Aus diesem Grund sei die gute Zusammenarbeit beim „Industriepolitischen Strategieprogramm für Niederösterreich" zwischen Industriellenvereinigung, Landesregierung und Wirtschaftskammer NÖ hervorzuheben. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gelte es, alle Kräfte zu bündeln, um die Stärken des Industriestandortes auszubauen. „Um in Zukunft weiterhin wettbewerbsfähig zu sein, müssen wir an unserer Positionierung als forschungsintensives modernes Industrieland arbeiten. Mit der Ausweitung bestehender Fördermittel im F&E-Bereich, etwa dem Innovationsassistenten, hat die Landesregierung für die Stärkung der Innovationskraft einen wichtigen Schritt gesetzt. Forschung und Innovation sind wichtiges Rezept, um als erfolgreiche Region im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Voraussetzung für den Weg aus der Wirtschaftskrise ist eine starke und erfolgreiche Industrie", so Marihart.

 

Zur Befragungsmethode

An der aktuellen Konjunkturumfrage der IV NÖ beteiligten sich 31 Unternehmen der niederösterreichischen Industrie mit mehr als 10.000 Beschäftigten. Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt - ähnlich wie bei dem bekannten deutschen IFO-Konjunkturklimaindex - folgende Methode zur Anwendung: Den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, sodann wird der konjunktursensible „Saldo" aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen gebildet.





IV-NÖ Präsident DI Johann Marihart Mag. Michaela Roither, Geschäftsführerin IV NÖ

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