14.06.2012

Industrie: Volksbegehren bleibt Basis für Bildungsreformen

IV-GS Neumayer: Volksbegehren hat noch nie dagewesene Debatte über Bildungspolitik in dieser Intensität ausgelöst – Dürfen Chance für wichtige Reformen nicht verpassen – Bildung entscheidend zur Lösung des Fachkräftemangels

„Dank des Volksbegehrens gab es in den vergangenen zwei Jahren eine in dieser Intensität noch nie dagewesene Bildungsdiskussion", sagte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, anlässlich der heutigen Behandlung des Bildungsvolksbegehrens im Nationalrat. Zukunftsentscheidende Themen, wie die Aufwertung der Elementarpädagogik, die Abschaffung der Bezirksschulräte, die Entpolitisierung der Schule und die Pädagogenausbildung neu, seien durch das Bildungsvolksbegehren in den Mittelpunkt der Bildungsdebatte gerückt. „All diese Themen sind wichtig, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und den benötigten Fachkräftenachwuchs für Österreich zu sichern. Für die Sicherung des Industriestandortes ist das Fördern und Fordern aller Talente und Begabungen nicht bloß ein wichtiges Anliegen, sondern eine Überlebensfrage", betonte Neumayer. Die künftige Wettbewerbsfähigkeit hängt von der Qualität der Schulabgängerinnen und -abgänger sowie Hochschulabsolventinnen und -absolventen entscheidend ab. Der Schwung, der durch das Bildungsvolksbegehren ausgelöst wurde, muss für notwendige Reformen im Bildungsbereich genutzt werden.  „Diese Chance wurde heute leider verpasst", so Neumayer.

Österreich weist im Bildungsbereich einen dringenden Handlungsbedarf auf: Durchschnittliche bis unterdurchschnittliche Ergebnisse bei internationalen Vergleichsstudien zeigen unter anderem auf, dass mehr als ein Drittel der österreichischen Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 16 Jahren laut OECD zu einer sogenannten „Risikogruppe" in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften gehören. „Österreich leistet sich leider noch immer eine sehr teure, völlig zersplitterte Verwaltung. Entscheidend wird daher sein, den Einsatz der Mittel im Bildungsbereich effizienter zu gestalten, weshalb Verbesserungen in diesem Bereich unumgänglich sind.  Aus IV-Studien geht hervor, das 8 von 10 Leitbetrieben eine zunehmende Diskrepanz zwischen dem steigenden Bedarf nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Angebot des Bildungssystems beobachten", so Neumayer. Diese Zahlen sprächen für sich und sollten Anlass genug sein, um umfassende Reformen im Bildungsbereich im Sinne des IV-Maßnahmenprogramms „Schule 2020" durchzuführen.


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